Holz im Karosseriebau

Gepostet am 16 Oktober 2020

Direkt vor dem Beginn des echten Automobilbaus (um 1900) waren die Autos eigentlich Kutschen, bei welchen das Pferd und die Deichsel weggelassen wurden. Ersetzt wurden diese durch einen kleinen Einzylindermotor, welcher zwischen die Hinterräder platziert wurde und diese über eine Kette antrieb. Das Baumaterial des Autos bestand größtenteils aus Holz, denn man konnte Metall zwar schmieden und nieten, aber nicht schweißen. Die Herstellung eines Autos war also reines Handwerk und es ist unglaublich, welcher Sachverstand sich hierbei offenbarte.

Das Baumaterial der ersten motorisierten kleinen Kutschen war hauptsächlich sehr starkes Eichenholz. Die Sitzflächen wurden aus dem schönem und leicht zu bearbeiten Buchenholz hergestellt. Früher wurden die Deichseln, zwischen welchen die Pferde liefen, aus Eschenholz gefertigt, da bei einem evtl. Zusammenstoß Eiche splittert und die Pferde ernsthaft verletzt werden konnten. Esche ist nicht so stark wie Eiche, aber durch die lange Maserung besonders biegsam.

Der Automobilbau wurde noch lange Zeit durch das Baumaterial Holz dominiert. Von immer größerer Bedeutsamkeit wurde das Eschenholz aufgrund seiner Elastizität. Weil es eine Neigung hat sich wieder zurück in seine ursprüngliche Form zu biegen, war es auch bekannt als das Holz mit einem Gedächtnis. Darüberhinaus konnte an der Luft getrocknetes Eschenholz sehr gut unter Dampf gebogen werden.

In der eigenen Stellmacherei und Schreinerei des Hauses Bart Holland ist diese Bauweise bei unterschiedlichen Automobilen gut zu sehen. Beispielsweise bei der totalen Restaurierung eines Opel Lutzmann aus dem Jahr 1898 für das Opel-Museum in Rüsselsheim.

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Auch bei einem Rolls-Royce 20/25 von 1928, einem BMW 327 Cabriolet aus dem Jahr 1938 und einem Mercedes 220 Cabriolet von 1952 wurden die kompletten hölzernen Rahmen wieder neu hergestellt. Die Rahmenteile aus Esche wurden gedämpft in die richtige Form gebogen. Später wurden auch Lagen dünneren Holzes in einem Arbeitsgang in Form gebogen und direkt verleimt – formverleimt.

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Heutzutage wird Holz im Auto nur noch in sehr dünner Form eingesetzt: als Furnier.

 

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